TrinkWave

Planungsoptionen und Technologien der Wasserwiederverwendung zur Stützung der Trinkwasserversorgung in urbanen Wasserkreisläufen

Kurzbeschreibung:         Das TrinkWave-Verbundprojekt entwickelt neue Multibarrieren-Aufbereitungsprozesse für eine Wasserwiederverwendung auf Basis einer sequentiellen Grundwasseranreicherung.

Ziel:       Aufbauend auf den langjährigen Erfahrungen in der Grundwasserbewirtschaftung in Deutschland ist ein wesentliches Ziel des TrinkWave-Verbundprojekts, neue Multibarrieren-Aufbereitungsprozesse für eine Wasserwiederverwendung zu entwickeln, die ohne den Einsatz von Hochdruck-membranen einwandfreies Trinkwasser liefern. Die Techniken sollen national wie weltweit einsetzbar sein. Die großtechnischen Versuche dieser neuentwickelten Aufbereitungsverfahren dienen dabei als eine direkte Vorstufe der Umsetzung. Weiterhin werden erstmalig neue multidisziplinäre Beurteilungsansätze für innovative Verfahrenskombinationen der Wasserwiederverwendung zur Stützung der Trinkwasserversorgung entwickelt und validiert. Schwerpunkte sind dabei die Inaktivierung von Pathogenen, Antibiotikaresistenzen, die Reduktion von gesundheits- und prozess-relevanten Indikatorchemikalien, ausgewählten Transformationsprodukten und Nebenprodukten sowie die Entwicklung neuer Leistungsparameter für biologische Aufbereitungsverfahren. Diese Bewertungsansätze dienen u.a. dazu, wasserrechtliche Konflikte zwischen Grundwasserschutz und Wasserwiederverwendung anhand von konkreten Fallbeispielen wissenschaftlich zu bewerten und somit die Akzeptanz für eine Wasserwiederverwendung zu erhöhen. Durch eine sozial-wissenschaftliche Begleitforschung werden Ansätze zur Risikokommunikation mit den Nutzern und Interessengruppen entwickelt. Ein weiteres Ziel ist die Bereitstellung von Handlungsempfehlungen, die die entwickelten Instrumente und technischen Leitlinien nationalen wie internationalen Betreibern, Genehmigungsbehörden und Planern vermitteln.

Arbeitsschwerpunkte: Als besonders innovativ sind die nachfolgend genannten Forschungsschwerpunkte zu sehen, die in 6 Arbeitspaketen bearbeitet werden:

  • Aufzeigen des gegenwärtigen wasserrechtlichen Konfliktes und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen für den Umgang mit ungeplanter und geplanter Wasserwiederverwendung und deren Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung,
  • Entwicklung eines multidisziplinären Bewertungssystems für den Gesundheitsschutz mit speziellem Fokus auf ein adäquates Risikomanagement,
  • Weiterentwicklung alternativer Verfahrenskombinationen mit Hilfe von naturnahen, aber technisch modifizierten Hybridfiltrationssystemen, um deren Leistungsfähigkeit erheblich zu verbessern,
  • Entwicklung von technischen Richtlinien und Validierungsansätzen für die Bewertung, Optimierung und Überwachung der Entfernungsleistung existierender und innovativer Multibarrierensysteme,
  • Entwicklung neuer chemischer und genetischer Leitparameter, basierend auf einem verbesserten Verständnis des mikrobiellen Abbaus neuartiger Schadstoffe, sowie die
  • Ausarbeitung von Handlungsempfehlungen und Entwicklung von Risikomanagement- und -kommunikationskonzepten mit Blick auf die Etablierung einer nachhaltigen Wasserwiederverwendung zur Stützung der Trinkwasserversorgung.

Zur Homepage des Verbundprojektes


© BMBF 11/20/2017 16:40 - Alle Rechte vorbehalten.