Die BMBF-Fördermaßnahme WavE

Hintergrund und Ziele

Die Verfügbarkeit von Wasser in ausreichender Menge und Qualität ist die wichtigste Grundlage für das gesundheitliche Wohlergehen des Menschen, die nachhaltige Entwicklung von Regionen und eine intakte Umwelt. Allerdings wird Wasser in vielen Regionen der Erde knapp, nicht nur in klassischen ariden Gebieten. Es stellt eine immer größer werdende globale Herausforderung dar, Haushalte, Landwirtschaft und Industrie bedarfsgerecht mit Wasser versorgen zu können: Der Wasserbedarf wird sich in den kommenden Jahren weltweit drastisch erhöhen, hauptsächlich durch Bevölkerungswachstum, Intensivierung von industriellen und landwirtschaftlichen Aktivitäten sowie durch die Ausdehnung von Ballungsräumen. Gleichzeitig ist bereits heute die Verfügbarkeit von Wasser stark begrenzt und regional sogar rückläufig. Hierzu tragen unter anderem die Verschmutzung und Übernutzung von Wasserressourcen, der Klimawandel sowie die ungleiche Verteilung der Wasservorräte maßgeblich bei.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Fördermaßnahme „Zukunftsfähige Technologien und Konzepte zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit durch Wasserwiederverwendung und Entsalzung“ (WavE) auf den Weg gebracht. WavE will einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, das Missverhältnis zwischen steigendem Wasserbedarf und begrenzten Wasserressourcen auszugleichen und der Wasserverknappung zu begegnen. Zur nachhaltigen Erhöhung der Wasserverfügbarkeit sollen in Verbundprojekten mit Teilnehmern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis innovative Technologien, Verfahrenskonzepte sowie Managementstrategien entwickelt werden.

Hohe Umsetzungspotenziale werden hier bei der Kreislaufführung von industriell genutztem Wasser, bei der Aufbereitung von salzhaltigem Grund- und Oberflächenwasser sowie bei der Wasserwiederverwendung durch Nutzung von behandeltem kommunalem Abwasser gesehen. Neben den technologischen Lösungen und einem intelligenten Management der relevanten Stoffströme werden auch entsprechende Kommunikations- und Bildungsmaßnahmen mit integriert.

Die Untersuchungen und Entwicklungen erfolgen unter praxisnahen Bedingungen an Standorten im In- und Ausland und beziehen auch Demonstrationsanlagen im technischen Maßstab mit ein. Besondere Bedeutung kommt der Übertragbarkeit der technologischen und konzeptionellen Ansätze auf andere Standorte mit ähnlichen Randbedingungen zu, auch im Hinblick auf die Positionierung und Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf dem internationalen Technikmarkt.

Verbundprojekte

In WavE werden 13 Verbundprojekte und ein Begleitvorhaben gefördert. Die Verbundprojekte arbeiten disziplinübergreifend in transdisziplinären und praxisorientierten Teams, mit Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis. Sie adressieren das Thema „Erhöhung der Wasserverfügbarkeit“ dabei aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Herangehensweisen.

Wissenschaftliches Begleitvorhaben

Die Fördermaßnahme WavE wird durch ein wissenschaftliches Begleitvorhaben (TransWavE) unterstützt, das allen Akteuren bei der Abwicklung der Fördermaßnahme zur Seite steht. Als zentrale Schnittstelle soll TransWavE den Dialog zwischen BMBF, dem Projektträger, dem Lenkungskreis und den Verbundprojekten sowie mit der (Fach-)Öffentlichkeit fördern. Damit dient TransWavE insbesondere der themenübergreifenden Vernetzung der Verbundprojekte und unterstützt den Ergebnistransfer zwischen den Projekten und in die Praxis.

Lenkungskreis

Darüber hinaus wird WavE von einem Lenkungskreis als begleitendem Gremium unterstützt. Dem Lenkungskreis gehören neben den Koordinatorinnen und Koordinatoren der 13 Verbundprojekte auch externe Fachleute aus der wasserwirtschaftlichen Praxis an. Der Lenkungskreis fungiert als Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis und dient dem direkten Wissens- und Informationsaustausch. Durch ihn sollen Impulse aus der wasserwirtschaftlichen Praxis in die Fördermaßnahme eingebracht und deren anwendungsorientierte Ausrichtung unterstützt werden.


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