Im durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundvorhaben Med-zeroSolvent wurden verschiedene Möglichkeiten untersucht, um die bei der Herstellung von Dialysemembranen anfallenden, hauptsächlich mit organischen Lösungsmitteln belasteten Abwässer, vor-Ort aufzubereiten und wiederzuverwenden. Neben der Untersuchung aerober und anaerober Technologien zur Abwasserbehandlung wurden Verfahren zur weitergehenden Aufbereitung mit Membranen, Methoden zur ökotoxikologischen Bewertung des behandelten Abwassers sowie Möglichkeiten zur Nutzung betrieblicher Abwärmequellen entwickelt. Die Ergebnisse des Projektes wurden am 24. Oktober 2024 auf einer Abschlussveranstaltung an der TU Dresden vorgestellt.
Die Veranstaltung wurde durch den Projektkoordinator, Herr Prof. Dr. Peter Krebs, und durch Herrn Dr. Heiko Schwegmann vom Projektträger Karlsruhe eröffnet. Nach einer zusammenfassenden Darstellung von Ausgangslage, Ziel und Arbeitsschwerpunkten folgten im ersten Vortragsblock eine Einführung in die Grundlagen des Projektes. Dabei wurden zunächst Produktionsprozesse und innerbetriebliches Wassermanagement am Beispiel eines Werks der B. Braun Avitum Saxonia GmbH erläutert, insbesondere die Lösungsmittel- und Wasserrückgewinnung sowie die derzeitige Verfahrensweise zur Vorbehandlung von nicht rückführbaren lösungsmittelhaltigen Abwässern. Anschließend wurden durch das Institut für Luft- und Kältetechnik gGmbH innerbetriebliche Wärmeproduktion und Möglichkeiten zur Nutzung der anfallenden Abwärme vorgestellt. Eine Option bildet bspw. die saisonale Unterstützung von biologischen Abbauprozessen während der Abwasserbehandlung. Daran schlossen sich die an der TU Dresden im Rahmen der durchgeführten labor- und halbtechnischen Versuche zum Abbau der Lösungsmittel Dimethylacetamid (DMAc) und N-Metyhl-2-pyrrolidon (NMP) erzielten Ergebnisse an sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für die technische Umsetzung.
Den nächsten Schwerpunkt der Veranstaltung bildete die Verfahrensführung. Im Fokus der Vorträge der DAS Environmental Expert GmbH, dem Ingenieurbüro wasserWerkstatt und Me-Sep stand die Vorstellung der entwickelten Lösungen für die biologische Behandlung von DMAc-haltigen Abwässern mit Moving-Bed-Biofilm-Reaktoren und zweistufigen Vertikalfiltern sowie die weitergehende Behandlung mit Membranen. Neben den projektbezogenen Ergebnissen wurden durch die Projektpartner weitere Anwendungsbeispiele für die Behandlung industrieller und gewerblicher Abwässer mit MBBR und Vertikalfiltern vorgestellt.
Im dritten Vortragsblock wurden die Ergebnisse aus der am Institut für Hydrobiologie durchgeführten ökotoxikologischen Bewertung diskutiert sowie Ergebnisse aus dem WAVE-Querschnittsthema 'Implementierung von Forschungsprojekten' vorgestellt.
Die Veranstaltung endete mit einem Ausblick auf die weitere Perspektive, insbesondere in Hinblick auf die Möglichkeit der technischen Umsetzung einer großtechnischen Behandlungsanlage. Dazu sind im Anschluss an das Forschungsvorhaben weitere Untersuchungen im halbtechnischen Maßstab vorgesehen.
